Ein Fotorealist und Weltstar der Malerei
Neues Volksblatt
November 24, 2005

- Der in Irland lebende Wiener Gottfried Helnwein (57)bereitet für März eine Werkschau im Linzer Lentos Museum vor -

- VOLKSBLATT: Was erwartet das Publikum in Ihrer Linzer Ausstellung?

- HELNWEIN: Ein Querschnitt durch meine Arbeiten seit den 80er-Jahren. 40 Werke in verschiedenen Größen und Techniken mit zwei thematischen Konstanten: „Kind“ und „Gesicht“. Als ich in den 70er-Jahren begann, habe ich verwundete oder misshandelte Kinder gemalt — zu einer Zeit, als sich noch kaum jemand mit dem Thema beschäftigte. -

- Deshalb wurden Sie damals mit dem Etikett „Schockkünstler“ versehen ...

- Der Begriff ist eine Verzerrung aus meiner Frühzeit in Wien, die hektisch und turbulent war und in der ich von Kaffeehaus zu Kaffeehaus gelebt habe. Er zeigt nur einen Aspekt meiner Arbeit, geht aber vorbei an dem, was ich heute mache. -

- Ihre letzte Werkschau in Österreich hatten Sie 1995 in der Wiener Albertina, 1999 gab's noch eine in Krems. Wie gern kommen Sie in Ihre Heimat zurück? -

Ich war in den letzten 20 Jahren nur zu diesen Ausstellungen da. Seit acht Jahren lebe ich mit meiner Frau und meinen Kindern in Irland und den USA, bin österreichisch-irischer Doppelstaatsbürger. Aber natürlich bin ich geprägt vom Wienerischen. Zu meiner Überraschung erinnern sich die Leute hier immer noch an mich, aber die meisten noch mit den Klischees aus den 70ern. -

- Wa sagen Sie zum Lentos? -

Ich bin sehr beeindruckt von Architektur und Programm. Es ist reduziert und schlicht, bringt etwas Frisches in die Museumslandschaft. -

- 1994 schufen Sie ein Porträt von Arnold Schwarzenegger. Heute ist der vormalige Filmstar in Kalifornien Gouverneur. Haben Sie noch Kontakt zu ihm?

- Ja. Erst vor drei Wochen läutete in meinem Atelier in Los Angeles das Telefon. Am Apparat sein Assistent: Arnold möchte mich treffen. ,Wann?' — ,Gleich'. Eine halbe Stunde später stand Schwarzenegger mit seinen Bodyguards vor der Tür. Ich hatte die Nacht durchgearbeitet, war von oben bis unten mit Farbe bekleckert. ,So kannst du deinem Gouverneur aber nicht gegenüber treten', meinte Arnold im Scherz. Aber er sah dann als erster die Bilder für meine nächste Schau in den USA. - -

http://www.volksblatt.at/273NV_1270118.stm

 

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